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Liebe Freunde, liebe Mitglieder oder Förderer von WIR FÜR RUANDA,
da nun für mich ein sehr ereignisreiches Jahr zu Ende geht, möchte ich meinem Weihnachtsbrief noch ein paar persönliche Worte hinzufügen.
Wie Sie aus den Nachrichten erfahren haben, sind wieder Krieg und Unruhen im Nordkivu / Ostkongo ausgebrochen. Die Gegend rund um Goma ist eines unserer Einsatzgebiete gewesen, weil die Menschen dort seit mehr als 15 Jahren zum Spielball der Interessen Mächtiger geworden sind. Auch in den jetzigen Auseinandersetzungen geht es letztlich nur um die Bodenschätze, die dieses reiche Land immer wieder zum Armenhaus Afrikas werden lassen. Auch wenn manches, was mit unserer Hilfe aufgebaut worden ist, nun wieder zerstört wird, so kann man aus dieser Tatsache nicht ableiten, dort nicht mehr arbeiten, sich nicht mehr engagieren und für den Kongo nicht mehr zu spenden. Denn es ist ein Krieg, den andere in den Nordkivu hineingetragen haben, um sich ihre Geldbeutel zu füllen. Die Menschen dagegen, besonders die Frauen und Kinder, leiden entsetzliche Not, und deshalb sollten wir ihnen auch weiterhin helfen.
Erst vor acht Wochen haben Horst Peske uns ich den Ostkongo besucht. Der bevorstehende Krieg führte schon damals zu einer spürbaren Nervosität unter Polizei, Militärs und Bevölkerung. Trotzdem war damals niemand bereit, seine Zukunftsängste auszusprechen und weiterzugeben. Obwohl wir versucht hatten, uns umfassend zu informieren, tappten wir ahnungslos in eine Falle und wurden von den UNO-Truppen an die kongolesische Sicherheitspolizei ausgeliefert, die uns dann 55 Stunden in Gewahrsam behielt, weil man in uns Spione und Waffenhändler vermutete.
Betonen möchte ich, dass man uns kein Haar gekrümmt hat. Andererseits zeigt diese Geschichte, wie kritisch Hilfe für die Helfer im zentralen Afrika werden kann. Aber trotzdem: Wir sollen in der Hilfe nicht erlahmen.
Zurückgekehrt aus Afrika wurde mir ein Paar Tage später das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland durch Herrn Ministerpräsident J. Rüttgers in der Staatskanzlei in Düsseldorf verliehen. Zwar wurde es mir persönlich verliehen, geehrt wurde aber die gesamte Arbeit des Vereins - der Aktivisten wie auch der Förderer und Spender. Und deshalb danke ich Ihnen - von ganzen Herzen.
Ihr
Bernd Bierbaum
Heinsberg, 27.11.2008
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