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Ruandareise Februar 2009 – Reisebericht [Voller Bericht als Pdf Dokument...]
Dienstag der 17.02.2009
Morgens erfolgte der Abflug ab Brüssel. Zum ersten Mal habe ich die Privilige-Karte benutzt. Horst hat offensichtlich keine. Auf dem Flug lernten wir Herrn Gottfried Nyssen und seine Begleitung, Angela Dixius, aus Trier, die nach Byumba unterwegs waren und ein Wasserprojekt in Rwesero machen zusammen mit Herrn Bernd Wolffs aus Köln von der Firma Energiebau Köln. Näheres siehe die entsprechenden Broschüren und Papiere.
Nach problemfreier Flug-Reise wurden wir am Airport von Pater Jean De Dieu (?) abgeholt und zu den Pallottinern nach Gikondo gebracht. Das Abendessen wartete schon auf uns, einschließlich dem guten ruandischen Bier. Nach dem Essen gingen wir früh zu Bett.
Mittwoch, den 18.02.2009
Morgens zunächst Fahrt nach SPEDAG (Speditionsfirma). Bastian Schmitz war jedoch in Belgien. Der zweite Mann, Cedric, fuhr dann zusammen mit uns zum Ministerium. Dort konnten wir in einem langen Palaver unsere Position erläutern.Der Brief der Schwestern und der Aktionsplan war missverstanden worden. Nein, für den Bau einer Kirche könne man keine Steuerdispens erteilen. Und der LKW sei ja schließlich auch schon benutzt worden. Erklärung dass die Kapelle weitgehend im Rohbau fertig sei und dass der LKW wegen dem Carnet de Passage ja fahren durfte.
Auf der Rückfahrt vom Ministerium fuhren wir kurz bei Pater Michell in Kimihurura vorbei. Es war gegen Mittag, er war recht kurz angebunden, wenn auch freundlich, wir trafen auch auf Pater Lionell und sind dann ohne jegliche Einladung wieder gefahren. Ich denke, da ist inzwischen viel bis alles kaputt. Uns wurde berichtet dass der orange Mercedes-Bus von Frauenrath, den wir 1996 nach Ruanda gebracht hatten, nun von der Polizei im Rahmen der TÜV – Einführung aus dem Verkehr gezogen worden sei. Da die Salesianer inzwischen die Metallwerkstatt aufgegeben haben, hat sie dies nicht mehr besonders getroffen.
Danach waren wir bei Armin Weickel, unserem österreichischen Automechaniker, da die Batterie in der Brandwehr platt war. Er hat eine Ersatzbatterie eingebaut. Der Isuzu geht auch noch immer nicht - Horst hatte sich wohl nicht weiter um die Elektronik gekümmert - bleibt wohl wieder bei mir hängen. Sonst muss das schöne Auto verschrottet werden.
Anschließend Fahrt zur deutschen Botschaft, kurzes Gespräch mit dem Kanzler, und Übergabe der Flasche Whiskey als Dank für die Bemühungen um unsere Befreiung im August letzten Jahres. Position der Botschaft wie immer: Goma besser nicht, aber kein Problem. Nur nicht dieses Wochenende, da die gesamte ruandische Regierung sich in Gisenyi zu einer Tagung versammelt hatte. Dann Fahrt zu den Rheinland-Pfälzern. Wir wollten nur die Adresse der Teppich-Knüpferei des 25 Meter Teppichs von Mainz erfragen und trafen auf einen hektischen, zeitlich überforderten und mürrischen Herrn Nieden. Bekamen von Simenon über die Sekretärin dann wenigstens eine Telefon-Nummer und den Ort genannt. Ein Exemplar des Buches gab es in der Partnerschaft nicht.
Danach sind wir nach Rwesero gefahren, rund 30 km Teerstraße Richtung Byumba und dann über eine mässig gute Schotterstraße nach Rwesero, wo die katholische Kirche neben der Pfarre und Schulen ein Petit Seminaire unterhält. Dort soll das Wasserprojekt des Herrn Nyssen und des Herrn Wolff stattfinden. Man will dort Wasser aus dem See mit Hilfe einer Solarpumpe in eine 150 000 Liter große Zisterne pumpen. Uns erschien da manches etwas eigenartig. Rwesero liegt malerisch am Lake Muhanza, in dem es Bilharzia gibt. Bisher ist die Schule mit Quellwasser versorgt, das Wasser des Sees ist jedoch waldseebraun.
Am See liegt ein schönes Restaurant, jedoch keine brauchbare Übernachtungsmöglichkeit, es sei denn im Petit Seminaire. Es gibt zwar eine Art Campingplatz in der Nähe mit Essensmöglichkeit, doch die an sich schöne Rundhütte ist völlig heruntergekommen und schmutzig.
Abends kamen wir erst im Dunkeln zurück zu den Pallottinern und trafen dort unseren alten Bekannten aus Goma, Pater Gerard. Langes Gespräch mit ihm bei Whiskey und Bier. Er berichtete von der Situation in Goma, siehe späterer Bericht. Er selbst stammt aus Rutschuru, seine Mutter ist bei den letzten Unruhen verletzt worden, hat offensichtlich einen gebrochenen LWS Wirbel und liegt in der Orthopädie in Goma seit 2 Monaten. Er har drei Cousins, die er gern studieren lassen würde, was rund 200 Dollar im Jahr pro Person kosten würde. Ich habe ihm das Geld für dieses Jahr zugesagt, aber wir würden jedes Jahre Studienerfolgsberichte erwarten.
Dann nach langer Diskussion, wo wir in Butare bleiben sollten, entschieden wir uns für die Salesianer in Rango, auch wenn Johanna darüber nicht besonders begeistert war. Wir gingen erst sehr spät zu Bett.
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