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Ruanda. Feierliche Eröffnung unter dem Wirbel ruandischer Trommeln.
Schreiner-Lehrwerkstatt in Butare eingeweiht.
Endlich hatten wir die Grenze nach Ruanda ohne weitere Probleme überschritten. Uns allen ging es gut, und unseren Autos inzwischen auch. Dank der hervorragenden Reparaturwerkstatt in Mwanza waren alle Autos wieder ok., bis auf den fehlenden Auspuff beim Landrover.
Auch Ruanda ist von der großen Dürre betroffen. Das sonst immer grüne Land hat seit einem Jahr keinen Regen gesehen. Zwei Ernten sind inzwischen ausgefallen. Sollte der nun anstehende Regen wieder ausbleiben, ist eine Hungersnot programmiert.Nach etwa 80 Km Teerstraße bogen wir ab nach Musha. In der dortigen Kirche waren 1994 während des Völkermordes in Ruanda 1050 Menschen ermordet worden, während der Pfarrer der Gemeinde, der uns gut bekannte Pater Danko und unser Partner im Projekt Rango, damals hilflos im Pfarrhaus eingesperrt dem Morden hatte zuhören müssen.
In einem Gedenkraum der Kirche werden heute einige Hundert Schädel und weitere Knochen der Toten als Mahnmal aufbewahrt. In Butare, 135 Km vom Kigali entfernt, arbeitet Pater Danko im Vorort Rango sowohl
als Pfarrer als auch als Leiter eines Straenkinderprojekts und eines Ausbildungszentrums. Seit über 20 Jahren lebt er in Ruanda, spricht die Landessprache perfekt.Mit ihm zusammen hatte "Wir für Ruanda" den Bau einer Ausbildungswerkstätte für Schreinerlehrlinge geplant und in den letzten Monaten ausführen lassen. Von der Dachkonstruktion über das Wellblech, dem Schweißautomaten bis hin zu den Maschinen und Arbeitsbänken wurde alles benötigte Material in Containern über Belgien und Mombasa/Kenia nach Butare geschafft. Finanziert wurde das Projekt teils vom Büro des NRW-Ministerpräsidenten teils vom Verein Wir für Ruanda, wobei die Eigenleistung der Partner vor Ort - nicht vergessen werden darf. Am Sonntag 27 August sollte die feierliche Eröffnung stattfinden, und die Gruppe hatte es tatsächlich rechtzeitig geschafft trotz der 2000 Kilometer langen Strecke anwesend zu sein. Wenigstens 1000 Menschen unter anderem der Präfekt (Landrat) von Butare und die Botschafterin Deutschlands in Ruanda, wohnten in der überfüllten Kirche der Messe bei. Dann erfolgte unter dem Wirbel der Trommeln die Einweihung der Ausbildungsstätte. Der Präfekt und die Botschafterin schnitten das rote Band durch. Alle Gäste zeigten sich von der Größe der Halle, ihrer klaren Konzeption und über die Menge der Maschinen und Werkbänke überrascht und begeistert. Insgesamt so Dr. Bierbaum habe sich die viele Arbeit wirklich gelohnt und er bedankte sich herzlich bei den Vereinsfreunden Rene Gabriels und Paul Ackermann aus Belgien, die wesentlich zum Gelingen dieses Projektes beigetragen hätten.
Zwischen den Reden tanzten und sangen Jugendgruppen aus der Pfarrei und aus dem Straßenkinderprojekt. Hunderte Menschen säumten den - Platz und sangen und tanzten teilweise mit. Danach jedoch hieß es Abschied nehmen. Sechs aus unserer Gruppe die nicht soviel Urlaub hatten, mussten noch am gleichen Nachmittag die Heimreise antreten. Die verbliebenen acht Freunde jedoch besuchten anschließend ein Kinderheim mit zehn geistig und psychisch behinderten Kindern. Die deutsche Ärztin Dr. Uta Düll kümmert sich zwar rührend um die medizinische Versorgung und die Organisation des Heimes, doch hat sie bisher noch keinen festen Geldgeber für die monatlich notwendigen 1000 Mark gefunden. Für den Montagmorgen hatte der Präfekt Dr. Bernd Bierbaum den Vorsitzenden von 'Wir für Ruanda', zu einem Gespräch in sein Büro geladen. Er versprach, sich auch diesmal wieder für die zollfreie Freigabe des Containers und der Autos bemühen. Außerdem berichtete er, dass er als 2. Vorsitzender des ruandischen Radsportverbandes sich für seinen Club in Butare eine Partnerschaft mit einem deutschen Radsportverein wünschen würde. Anschließend fuhr die Gruppe zu Dr. Uta Düll in Ihr Krankenhaus in Gikonko, etwa 25 Kilometer von Butare entfernt. Schon seit vielen Jahren arbeiten dort die Schwestern des Institutes St. Bonifatius aus Detmold. Uta Düll Chirurgin und Lehrbeauftragte an der medizinischen Fakultät der Universität ~ Butare zeigte ihr Krankenhaus und besprach mit der Gruppe alle ihre Probleme, wobei sie sich insbesondere für die großzügige Finanzierung von zwei Laborkursen für jeweils 20 Laboranten aus dem gesamten Süden Ruandas bedankte. Ungeduldig wartet sie auf eine Lieferung von Hilfsgütern, die bereits in einem Container auf dem Zollgelände in Kigali warten: Ein Gastroskop und ein Colonoskop - Geschenke eines Arztes aus Wassenberg -, eine fahrbare Röntgenanlage, ein Inkubator, eine Foto-Therapielampe, ein neuer Sterilisator, Wäsche für ihr Krankenhaus, ein Fotokopierer und ein Over-Head-Projektor für das Universitäts- klinikum Butare wurden ihr “Wir für Ruanda " zur Verfügung gestellt.
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