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Dr. Bierbaum verwirklicht in herausragender Weise die Idee unseres Sozialpreises:
„Menschlichkeit und Gerechtigkeit“. Er gibt dem EU-Afrika Dialog ein Gesicht und personifiziert einmal mehr Europas globale Verantwortung“ - Direktorium Europäischer Sozialpreis.
Am Abend des 06.10.1994 nach dem Abschuß des ruandischen Präsidentenflugzeuges über Kigali begann ein grausiges Morden: der Genozid in Ruanda. In nicht ganz drei Monaten starben 800000 Menschen, hingeschlachtet durch Machetenhiebe. Opfer waren vor allem Angehörige der Volksgruppe der Tutsis und solche, die verdächtigt wurden, mit ihnen zu sympathisieren, aber auch Oppositionellen des damals regierenden Systems unter Präsident Habyarimana.
Hinter den nüchternden Zahlen der Toten und Überlebenden stehen jedoch die Einzelschicksale. Fast keine Familie ist von den Geschehnissen unberührt geblieben: alle haben Tote zu beklagen oder mußten andere grausame Erfahrungen erleben. Viele haben sich wochenlang in ständiger Angst verstecken müssen, sind von Hunden gehetzt. Frauen vergewaltigt worden. Tausende Frauen und Kinder haben daher heute AIDS. Es gab bestialische Folterungen und grausames Töten. Ein unvorstellbarer Blutrausch brach über das kleine afrikanische Land herein. Die meisten der Überlebenden sind heute krank an Leib und Seele und leben in Hunger und Armut. Als Folge dieses Genozid entstand der ruandische Bürgerkrieg, mit dem Exodus von Millionen von Menschen nach Tansania und in den Osten des Kongos, mit Zigtausenden Toten durch Hunger, Wassermangel und besonders durch die beiden Infektionskrankheiten Cholera und Ruhr. Später kamen als weitere Folgen die Destabilisierung des Kongos und sein Bürgerkrieg mit wenigstens 2 Mio. Todesopfern. Nicht zu vergessen die zwischen die kongolesischen Fronten geratenen und dann bewußt gejagten Hutuflüchtlinge 350000 Menschen – überwiegend Kinder – fanden im Urwald von Kisangani ihnen grausamen Tod, der, wenn es von der Weltöffentlichkeit gewünscht gewesen wäre, hätte verhindert werden können. Alle zusammen ein unvorstellbares Wüten und Morden.
Dr. Bernd Bierbaum aus Oberbruch arbeitete als Arzt im August 1994 in den Flüchtlingslagern rund um Goma. Er sah mit eigenen Augen die hungernden, kranken, verelenden, hoffnungslosen Menschen. Als Konsequenz auf diese schrecklichen Erlebnisse wurde im September 1994 „Wir für Ruanda ACA“ gegründet. Dr. Bierbaum führt diese gemeinnützige Initiative seit der Gründung als 1. Vorsitzender: „Die Menschen sind in der Auseinandersetzung von Macht, Reichtum, Bodenschätzen, politischem Einfluß und Marktbeherrschung immer die Leidtragenden. Wer finanziert solche Kriege? Wir alle glauben zumindest, daß die afrikanischen Länder dazu selbst in der Lage sind. Des werden wir wohl nie erfahren, denn Wahrheiten stören bekanntlich nur das politische und finanzielle Geschäft.“
Es ist das Anliegen von Dr. Bierbaum, das Leid der Kinder und Frauen im zentralen Afrika zu mildern. „Wir für Ruanda ACA“ arbeitet in den Ländern, die durch die ruandische Tragödie in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Mit Hilfe seiner Mitstreiter fördert Dr. Bierbaum humanitäre und entwicklungspolitische Projekte, darüber hinaus sieht er es als seine Aufgabe an, immer wieder über die Geschehnisse uns Vorgänge in Afrika zu berichten. Seine Kontakte zur den großen Wohlfahrtseinrichtungen nutzt er und initiiert 2001 einen Kongreß, in dessen Zentrum das Thema „Kindersoldaten“ debattiert wurde. Seit 2003 setzt er sich für den Aufbau des deutsch-afrikanischen Kultur- und Kommunikationszentrums DAKUK ein. Sein jüngstes Projekt ist „Amizero Y’Ubuzima - Lebenshoffnung“, ein Zentrum für geistigbehinderte Kinder in der Nähe der ruandischen Universitätsstadt Butare in Kibirizi.
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