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Walter Michler ist tot
Er ist nur 51 Jahre alt geworden. Am 13. Juli starb mit Walter Michler nach Jacques Mwema ein weiterer Gründer unseres Vereins. Mit ihm verlieren wir nicht nur einen engagierten Streiter für die Interessen Afrikas sondern auch einen der wenigen sachkundigen deutschen Afrika-Journalisten. Wenn es um Afrika ging war Walter nie einfach nur Journalist. Er hat das Elend und die Hoffnung nicht einfach nur hingenommen, er hat Interesse, Engagement, Mit-Leiden und Solidarität eingefordert und selbst praktiziert. 1988 veröffentlichte Walter das "Weißbuch Afrika". Auslöser für dieses Projekt war der"Afrika-Tag" im Januar 1985 gewesen, als das ganze Land gegen den Hunger in einigen Regionen unseres Nachbarkontinents aufstand - und danach wieder selbstzufrieden im Fernsehsessel Platz nahm. Das in der zweiten Auflage 570 Seiten starke Standardwerk bezeichnete Walter als "Zwischenbilanz nach zehn Jahren Berichterstattung über die Dritte Welt und nach 15 Jahren Beschäftigung mit dieser Problematik". Eine Gesamtbilanz seines Schaffens konnte er leider nicht mehr ziehen. Nachdem er 1989 schon an der Gründung des Dritte-Welt-JournalistInnen-Netzes (DWJN) beteiligt gewesen war, war Walter drei Jahre später die treibende Kraft hinter der Initiative Pro Afrika (IPA), deren erster Vorsitzender er bis 1997 war. Den Gründungsaufruf für IPA hatte Walter 1992 unter das Motto "Solidarität für die Zweite Wiedergeburt unseres Nachbarkontinents" gestellt. Das stand damals unter dem Eindruck der demokratischen Umwälzungen in vielen Ländern Afrikas, die bei uns fast völlig ignoriert wurden. Von "Wiedergeburt" mag heute kaum noch jemand reden. Walter Michler selbst stellte schon 1993 im Vorwort zu dem Bildband "Afrikas Kinder" frustriert fest, dass die "vormals euphorisch gefeierte Perestroika aus dem Tritt gekommen, in mehreren Ländern bereits gescheitert' war. Doch Walter gehörte immer zu denen, die daran erinnerten, dass die Länder Europas und Nordamerikas einen gehörigen Anteil daran hatten und haben, dass Afrikas Reformer nur schrittweise vorankommen. Und er hat immer die Erfolge hervorgehoben, die angesichts schlechter Nachrichten oft in den Hintergrund gedrängt wurden. Auch wenn nicht jeder von uns in allem, was Walter schrieb und tat immer mit ihm übereinstimmte: Mit seinem Engagement und seiner Weigerung, das Elend in dieser Welt einfach hinzunehmen oder gar wegzuschauen, sollte er uns Vorbild bleiben. Der Vorstand regt an, jährlich einen WalterMichler-Preis an Journalisten zu.vergeben,die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass das Afrika-Bild in Deutschland realistischer und fairer wird. Anregungen zu möglichen Partnern, Sponsoren und Jury-Mitgliedern sind herzlich willkommen. Unterstützung für "Africa Positive" Der Vorstand hat sich mit dem Verein "Africa Positive" in Dortmund getroffen, der ehrenamtlich eine deutschsprachige Afrika-Zeitschrift herausgibt. Wir würden es begrüßen; wenn das Projekt wächst. Der Verein sucht dringend MitarbeiterInnen, die beim Redigieren und Schreiben helfen.
Thomas Mönsch
Kontakt: Africa Positive Winandweg 21a 44388 Dortmund Tel/Fax: 0231-6900340 eMail: info@africa-positive.de
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